Asanas

Die Waage (tuladandasana)

Das Standbein wird bewusst stabil und sicher plaziert.

Dann begibt sich der Übende in die gewagte waagrechte Haltung und formt sich dabei in beide Richtungen, in die Arme und in das hoch geführte Bein. Die waagrechte Form, parallel zum Erdboden, dehnt sich weit in den Raum.

Der Nacken und auch die Schultern bleiben entspannt damit der Atem frei bleibt und in aktiver Weise durch den Körper strömt.

Unterschiedliche Gedanken / Ideen z.B. die Ausdehnung zu beiden Seiten aus der Körpermitte heraus, die Betonung des Kreuzbeins und Beindynamik mit entspanntem Oberkörper oder die bewusste Übersicht über die Haltung verändern den jeweiligen Ausdruck der Stellung.


Auch verschiedene (leichtere) Variationen sind möglich.

Der Kopfstand (Sirsasana)

Der Kopfstand betont die senkrechte Linie. Der Scheitel wird am Boden plaziert, die Hände halten den Hinterkopf stabil. Zunächst richtet man die Wirbelsäule vertikal auf, nachfolgend die Beine in die Senkrechte. Die Mitte des Kopfes trägt die Last des Körpers, der Bewegungsansatz beginnt im unteren und mittleren Rumpf, die Dynamik setzt sich sanft in Hüften und Beine fort.
Beim Kopfstand bildet die gezielte Vorstellung und Übersicht über die Haltung das Zentrum der Stellung.

Das Dreieck (trikonasana)

Beschreibt die Zahl 3 oder die 3-heit im Leben.
Der Stand im gleichseitigen Dreieck bildet die stabile Basis.
Der obere Bereich (Schultern, Arme, Nacken) ist leicht und gelöst.
Der mittlere Bereich, die Region des Sonnengeflechtes, beschreibt die Bewegung, Aktivität und Ausdehnung.
Aus dem Bereich bewegt sich der Übende – in einer Ebene bleibend- jeweils nach rechts oder links, weitet sich zur Seite und bewegt sich damit hinaus zu den Mitmenschen oder zur Umwelt.

Das Kamel ( ustrasana)

Im Kamel verbindet sich die Ausdehnung der Wirbelsäule mit der öffnenden, sich rundenden Bewegung des Rückwärtsbeugens.
Die Stabilität und die Beweglichkeit der Wirbelsäule bilden die körperliche Grundlage für diese Stellung.
Seelisch verbindet sich die Weite und Offenheit nach außen mit der Kraft zum bewussten Wahrnehmen .

Der Schulterstand (sarvangasana)

Der Schulterstand beschreibt die Umkehrhaltung, bei der der Kopf–mit Schultern und den Oberarmen – am Boden ruht und dabei auf den nach oben ragenden Rumpf und die Beine schaut.
Der Bauchraum und die Beine repräsentieren den Willensbereich, der in dieser Übung frei, ohne Zwang, entgegen der Schwerkraft nach oben gerichtet ist.
Das Bild der Übung ist, im Idealfall, vergleichbar einer Pflanze, wie z.B. eines Getreidehalms, der lebendig und leicht in die Höhe wächst.

In dieser ungewöhnlichen Position ist empfindungsgemäß eine neue/andere Einordnung gegeben.
Die Aufmerksamkeit zieht sich von der Außenwelt etwas zurück auf das eigene Innere, das Nervensystem wird geordnet und beruhigt und die Lebenskräfte sammeln sich im Herzbereich.

Der Baum (tadasana)

Wichtige Aspekte der Yogastellung „der Baum“ sind die aufrechte Haltung und der Stand auf einem Bein, das 2. in die Leistenbeuge gewinkelt . Hierzu bleiben die Augen geöffnet und bewahren die Kontrolle über den Stand.
Das Zentrum ist der Herzbereich.
Zu Beginn sind die Arme ausgestreckt zur Seite, sie beschreiben die Eingebundenheit in die Umgebung.
Dann werden die Hände auf Herzhöhe zusammen gelegt, die Aufmerksamkeit zentriert sich zum Herz und zum eigenen Ich-Selbst.

Die Kopf-Knie-Stellung (Pascimottanasana)

Der Sanscritbegriff pascimottanasana beschreibt diese Yogastellung besser als der gebräuchliche Name Kopf-Knie-Stellung. Pascimottanasana bedeutet soviel wie intensive Dehnung des Rückens.
Aus der Mitte des Körpers, dem Bereich des Sonnengeflechtes dehnt sich der Übende intensiv und weit nach vorne hinaus und formt eine, in der Endstellung geschlossene, Haltung.
Der Hauptaspekt liegt auf diese Ausdehnung aus der Körpermitte heraus mit der wir, im Sinne der Übung, unsere Möglichkeiten bei der Ausführung erweitern können.
Damit ist eine Erweiterung der Möglichkeiten beschrieben und gleichzeitig ein intensives Hineingehen in die Dehnung, ein Hineingehen in den Körper.
Gleichzeitig führt die wache Übersicht und Kontrolle die ausgedehnte Form mit mit all ihren Spannungen.
Das Interessante und Wichtige an den Yogastellungen wie Heinz Grill sie u.a. in dem Buch „Die Seelendimension des Yoga“ beschreibt, die Möglichkeiten, die sich im Alltagsleben anwenden lassen.

Freie Sicht gegenüber dem Denken und den Gefühlen und dem Äußeren.

Geordneter verinnerlichter Bewegungsablauf.

Ätherempfinden des Herzens.